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Neuland
Karin Brosa + Robert Matthes

Eröffnung: 12. August 2022, 19 Uhr
Laufzeit: 13. August bis 11. September 2022


  • Karin Brosa: Drohnenfänger, Acryl/Öl auf LW, 165 x 220cm, 2021
  • Karin Brosa: Streetview I, Aqua Tinta, 2017
  • Robert Matthes: Reservoir, Öl a.LW., 2017
  • Robert Matthes: inside out | outside in, Acryl/Öl/Lack auf Nessel, 220 x 170 cm, 2021

Frisch, figurativ, bissig und virtuos: In die Arbeiten von Karin Brosa und Robert Matthes wird man sofort hineingesogen und zur Betrachtung verführt. Während Karin Brosas Arbeiten subtil daherkommen, wird man von der Fülle und dem Detailreichtum der oft großformatigen Malereien von Robert Matthes fast übermannt. Hier wird gesprüht, geklebt, übertrieben und gelockt. Bei Karin Brosa hingegen seziert und verwoben, Zitate aus der Kunstgeschichte verschränken sich mit Zeitbezogenem zu komplexen Wahrnehmungsebenen und fordern den Betrachter heraus. Beiden Künstlern gemein ist deren kritische Auseinandersetzung mit dem Status quo.

Die Bilder von Robert Matthes wirken zunächst wie Werbetafeln: Sie locken mit grellen Farben oder gesprühten Messages: Doch das Versprechen wird nicht eingelöst. Vielmehr befinden sich viele seiner Protagonisten in engen Räumen, in denen sie dem Betrachter wie Tiere im Zoo schutzlos ausgeliefert sind. Dort sind sie der ständigen Überreizung, dem Lärm, der Übersättigung und dem Konsum preisgegeben. Diesen Zustand permanenter Überforderung vermag Robert Matthes wie kein Anderer meisterhaft zu inszenieren. Und doch ist diese Vituosität niemals Selbstzweck, sondern stets als kritische Inszenierung unseres Daseins lesbar.

Bei Karin Brosa ist neben ihren Arbeiten auf Leinwand vor allem die außergewöhnliche Qualität und Bandbreite ihrer Druckgrafik herauszustellen. Vom klassischen Tiefdruck geprägt, reicht ihr Œuvre inzwischen von Fotoradierung und Intagliotypie über Siebdruck bis hin zur Cyanotypie oder dem Materialdruck. Thematisch erweist sie sich dabei als ebenso kritische Beobachterin ihrer Umwelt wie Robert Matthes: Käfer marschieren auf, Menschen verlieren sich im virtuellen Raum, Tiere und Zwerge werden auf unheimliche Weise lebendig. Wer genauer hinsieht, erkennt Zitate aus der Kunstgeschichte, ironisch gebrochen und geschickt ins Gesamtgefüge eingeflochten. Neben Figuren tauchen leitmotivisch immer wieder Tiere oder Drohnen auf. Auch gezeichnete, collageartig ins Bild eingefügte Elemente sind wiederkehrende Bestandteile von Malereien und fungieren als zusätzliche Zeit- und Wahrnehmungsebene.

Kuratorin: Jannine Koch