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STATUS QUO | Jannine Koch

28. Mai - 26. Juni 2021
Ab Freitag, 28. Mai 2021 ist Jannine Koch mit ihrer Einzelausstellung STATUS QUO im Kunstverein Duisburg zu sehen.
Sie zeigt Malereien und Radierungen aus verschiedenen Werkphasen.

Die Ausstellung kann ab sofort wieder ohne Voranmeldung und zu folgenden Öffnungszeiten besucht werden:
12./13., 19./20. sowie 26. Juni 2021 jeweils von 15 - 19 Uhr.


Kuratorin: Simone Scholten // Kunsthistorikerin, Essen

Das Gespräch mit Jannine Koch finden Sie unter folgendem Link: https://www.jannine-koch.de/aktuelles




  • The Mechanical Bug, Farbradierung, 80 x 60 cm, 2020.
  • Gebärde, Ätzradierung, 40 x 30 cm, 2021.
  • Ilexkäfer, Ätzradierung, 40 x 30 cm, 2021.
  • Camouflage, Ätzradierung, 50 x 35 cm, 2021.
  • Januskäfer, Öl und Eitempera auf Leinwand, 100 x 80 cm, 2020.
  • Bombardierkäfer, Öl, Eitempera und Sprühfarbe auf Leinwand, 50 x 40 cm, 2020.
  • Zentrale, Mischtechnik auf Leinwand, 150 x 200 cm, 2019.
  • Ausweitung, Öl, Eitempera und Sprühfarbe auf Leinwand, 160 x 250 cm, 2019.
  • I can't breathe, Öl und Sprühfarbe auf Leinwand, 70 x 100 cm, 2017.

Landkarten, Stadtpläne, Radarbilder und Satellitenfotos üben eine große Faszination auf Jannine Koch aus. Die Draufsicht, der von oben auf die Dinge gerichtete Blick, der Naheliegendes erst sichtbar macht und neue Perspektiven auf Vertrautes ermöglicht, bietet der Künstlerin vielfältige Anknüpfungspunkte für ihre Arbeiten. Versatzstücke aus kartographischen Darstellungen oder Bilder aus dem Bereich der Überwachungstechnologie finden immer wieder Eingang in die Malerei und die Grafik der Absolventin der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst.

Im Werk von Jannine Koch stehen Malerei und Druckgrafik gleichberechtigt nebeneinander. Auch wenn es zu thematischen oder formalen Überschneidungen kommt, verfolgt die Künstlerin beide Stränge weitgehend unabhängig voneinander.
In den Gemälden stehen vielfach (tages-)politische und gesellschaftsrelevante Themen wie digitale Kriegsführung, Cyber-Spionage oder die Veränderung von Lebensräumen im Vordergrund. In den Bildgrund eingefügte Schriftzüge, Zahlencodes oder Schaltpläne verweisen auf die beständig fortschreitende Technisierung und Digitalisierung unserer Lebenswelt.

Die grafischen Arbeiten hingegen tragen ihren Inhalt wesentlich subtiler vor. Mit präzisen Linien und Formen scheint Jannine Koch ihre Umwelt regelrecht zu sezieren. Hierfür kombiniert sie kartographische Elemente mit der faszinierenden Welt der Insekten, woraus die sogenannten „Kerbtiere“ , Zwitterwesen aus Natur und Technik, entstehen. Diese werden wie in der Schauvitrine eines Insektenforschers in Rückenansicht wiedergegeben. Durch den Blick aus der Vogelperspektive deckt Jannine Koch unerwartete formale Analogien zwischen diesen sehr unterschiedlichen Themenfeldern auf.

Der stark segmentierte Körperbau der Panzertiere findet in den Raumfolgen der an einer zentralen Mittelachse gespiegelten Architekturentwürfe eine Entsprechung. Kopfkapseln, Greifwerkzeuge und Chitin-Panzer der Insekten entwickeln sich wie selbstverständlich aus den Planzeichnungen mittelalterlicher Festungsanlagen, barocker Kirchenschiffe oder klassizistischer Herrenhäuser. Während in der reduzierten Farbigkeit der Radierungen die einzelnen Elemente wie in einem biologischen Kompendium scharf umrissen und deutlich voneinander geschieden sind, verschmelzen die Bildebenen auf den Gemälden durch die Leuchtkraft der Eitempera-Malerei zu geheimnisvollen, technoid anmutenden Mischwesen.

Die in der Ausstellung STATUS QUO versammelten Arbeiten aus unterschiedlichen Werkphasen ermöglichen einen umfassenden Einblick in das Schaffen der letzten Jahre.

Text: Simone Scholten, Kunsthistorikerin, Essen

#janninekoch       www.jannine-koch.de

Die Ausstellung wird durch ein Stipendium des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW ermöglicht.